Die FAQ FIBEL - ALLE Wichtigen Fragen & Antworten zusammengefasst

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Vorwort

Das Gefühl von Unwirklichkeit, Abgerissenheit zur ,,Außenwelt,, und das permanente Gefühl „nicht richtig da zu sein“ oder als würde alles an einem vorüber ziehen. Ständig den Eindruck zu haben als würde das, was man „mehr oder weniger erlebt“, ein Film sein. Ein sehr schlechter Film, indem man meint, die Umwelt in der man sich befindet, die Leute die einen umgeben, der eigene Körper sowie das eigene gesprochene oder gedachte und sogar Gegenstände seien nicht wirklich. Zwar existent, jedoch emotional nicht von belangen, im Sinne von Unreal. Die eigenen Gefühle, Bewegungen, oder gar gesprochenes werden als „roboterhaft“ empfunden und Betroffene haben das Gefühl, dass es wie automatisch passieren würde, ohne großartiges zu tuen von Ihnen selbst.  Nicht selten leiden Menschen mit Depersonalisation/Derealisation unter der Angst, die Kontrolle über sich, die Dinge und die Umwelt, sowie den Verstand zu verlieren oder verloren zu haben. Verrückt zu sein oder zu werden macht vielen Betroffenen in höchstem Maße zu schaffen und führt große Unsicherheit, Ängste und Verzweiflung hervor. Das Resultat ist oft das Gefühl von Isolation und „sich nicht verstanden zu fühlen“. Viele Menschen die unter einer Depersonalisation leiden und nicht wissen, was bei ihnen vorgeht, geschweige denn, was ihnen fehlt oder was es mit diesen eigenartigen „Wahrnehmungsstörungen“ auf sich hat, können ihren Angehörigen und Freunden nur schwer von ihrem Erleben berichten geschweige denn es in nachvollziehbarer Art und Weise in Worte fassen. Oftmals versuchen es viele erst überhaupt nicht, jemandem davon zu erzählen, da sie in so hohem Maße verunsichert sind und denken andere könnten einen für verrückt halten oder meinen sie seien geisteskrank.

Es wird Dich beruhigen, wenn ich Dir sage, dass Du weder verrückt bist, noch an einer schweren Geisteskrankheit leidest, denn sonst wärst Du nicht auf dieses Buch gestoßen. Bei schweren Geisteskrankheiten wie z.B. Schizophrenie oder Psychosen kommt es oftmals zu einem Realitätsverlust. D.h. diese Menschen besitzen in wenigen Fällen eine „Krankheitseinsicht“, da diese, bei akutem Auftreten eines  psychotischen Schubes oftmals nicht mehr gewährleistet ist. Die sogenannte „Realitätsprüfung“ ist bei der Depersonalisation/Derealisation in Takt und somit auch das Verständnis und das „Bewusstsein“, um den eigenen „Zustand“.

Obwohl einige Leidende sich überwinden von ihrem Erleben zu berichten, stoßen sie leider auch oft auf Unverständnis bei ihren Angehörigen und Freunden. Sogar Ärzte machen da leider keine Ausnahme, da dieses Phänomen leider noch sehr unbekannt ist und noch nicht in das Bewusstsein aller Ärzte und Forscher vorgedrungen ist.

Diese tragische Tatsache vergrößert den Leidensdruck der Betroffenen erheblich und verunsichert sie noch mehr. Die Informationen, welche dieses Buch in sich birgt, wurden mit größter Sorgfalt recherchiert und auch selbst durchgeführt und praktiziert. Du wirst lernen, Deine Ziele, die Du im Leben hast auf akzeptierender und einfühlsamer Ebene zu erreichen, weil Du die Depersonalisation und Derealisation immer mehr hinter Dir lassen wirst.
Dieser Ratgeber wurde dafür geschrieben um Aufklärungsarbeit zu leisten für Angehörige, Menschen die vor Allem dauerhaft an Depersonalisation Derealisation leiden und für Ärzte bzw. Therapeuten die sich ein besseres Bild über dieses Krankheitsbild machen möchten.

Betroffenen Menschen eine Orientierung zu bieten ist außerdem das Ziel dieses Ratgebers. Der Inhalt ist darauf ausgelegt, Betroffenen den Leidensdruck zu nehmen und zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, mit diesem, nennen wir es „recht skurrilen und beängstigendem Erleben“. Die Informationen, Übungen und Erkenntnisse, stammen aus Jahrelanger und eigener Erfahrung mit Depersonalisation, sowie vielen Arztbesuchen und intensiver Auseinandersetzung mit dieser Thematik aus Fachliteratur und Erfahrungsberichten von anderen Leidensgenossen, welche durch den richtigen Umgang mit der Depersonalisation/Deralisation teilweise oder sogar komplett Symptomfrei wurden. Die Literatur über Depersonalisation auf dem deutschen Markt ist stark begrenzt und die Texte die es gibt beschreiben oftmals „nur“ die Symptomatik oder erläutern das Erleben unter Depersonalisation / Derealisation. Das hilft zwar den Menschen, die vorher nicht wussten um was es sich bei Depersonalisation / Derealisation handelt und nimmt den Menschen mit Depersonalisation/Derealisation ein wenig den Leidensdruck, sowie das Gefühl alleine damit zu sein, jedoch werden nur selten geeignete Therapieformen oder Hilfestellungen angeboten. Falls doch, dann leider nur sehr begrenzt und oftmals wird nicht erklärt warum oder weshalb diese oder jene Therapie/Methode helfen kann.

Dieses Artikel zeichnet sich dadurch aus, ein richtungsweisender und zielführender  Ratgeber, sowie Unterstützer zu sein mit einer persönlichen Note des Autors. Mit vielen Erkenntnissen aus der verhaltensorientierten Therapie, Studien, Tipps, Tricks und konkreten Übungen, weißt Du, wie Du  langsam aber sicher an Dein Ziel gelangst. Nämlich das Überwinden Deiner Entfremdung und das Heilen aus der Depersonalisation/Derealisation. Viele Informationen stammen aus viel weiter fortgeschrittener, englischer Fachliteratur. Wenn Du  aufmerksam diesen Ratgeber studierst und verstehst worum es, vor allem bei den Übungen und Erkenntnissen geht, hast Du die besten Chancen, zunächst besser mit Depersonalisation/Derealisation umzugehen und wirst diese nach und nach überwinden können.

Ein weiterer Ansatz ist es, das Du erkennen musst, dass man die Depersonalisation/Derealisation nicht einfach abschüttelt kann, sondern versuchen muss die „negativen Seiten“ dieses Zustandes mit anderen positiven Verhaltensweisen zu ersetzen. Quasi ein Systemupdate wie beim PC, welches die „schlechteren“ Programme gegen besserer ersetzt, damit das komplette System zuverlässiger, gesünder und reibungsloser funktionieren kann. Die Informationen in diesem Ratgeber zeigen Dir, wie Du Dir Bessere und gesündere Verhaltensweisen und Techniken aneignen kannst.

Hiermit zeige Ich Dir einen Leitfaden auf, mit welchem ich Dich dazu auffordere, aktiv etwas für Dich zu tuen. Somit wirst auch du deiner Depersonalisation / Derealisation Heilung verleihen. Du wirst bemerken: „Hey, es geht doch, da tut sich was“.

– DEPERSONALISATION IST HEILBAR, ES IST VON NATUR AUS NICHTS DAUERHAFTEST – 

Gebrauchsanweisung für diesen Ratgeber

Ich vergleiche den Weg bzw. den Prozess der Genesung gerne mit einem Puzzle, welches sich aus mehreren kleinen Puzzleteilchen zusammensetzt. Um im Genesungsfortschritt voranzuschreiten müssen die verschiedenen Puzzleteilchen (kombiniert mit Wissen, Einsicht, Verantwortung, Willenskraft und Mut zur Sache) zusammengetragen werden und in persönlichen und individuellen Kontext gebracht werden. Dieses Puzzle ist jedoch bei jedem einzelnen Menschen so einzigartig, individuell und divers, wie er selber und es ist die Aufgabe eines jeden einzelnen, diese Puzzleteilchen zusammenzutragen. Dieser Ratgeber soll Dir dabei helfen Deinen persönlichen Puzzleteilchen  näher zu kommen bzw. sogar das ein oder andere zu erkennen damit Du es für Dein weiteres Vorhaben nutzen kannst. Es liegt an Dir, Dich mit Deiner persönlichen Geschichte auseinanderzusetzen und daran zu arbeiten. Ratgeber wie dieser oder Therapien dienen der Unterstützung, um Dir über Deine inneren und/oder äußeren Konflikte bewusst zu werden und schließlich zu entscheiden, was für Dich der richtige Weg ist um an Dein Ziel zu kommen. Du musst selber aktiv werden. Und dieser Aspekt ist ein sehr wichtiger. Du musst Dir Deiner selbst und denen damit verbunden Konflikten bewusst werden. D.h. es wird nötig sein, den Mut aufzubringen die eigenen inneren oder/und äußeren Konflikte zu identifizieren um sie schließlich benennen zu können. Wenn Du das geschafft hast, bist Du in der Lage die möglichen Ursachen für Deinen Konflikt herauszuarbeiten und Du kannst gezielt etwas gegen Missstände unternehmen.

Dieser Ratgeber soll Dich dabei unterstützen, Deine eigenen Puzzleteile zu finden umso Dein Wissen sowie dem damit verbundenen Heilungsprozess zu fördern.

Heilung ist immer ein „PROZESS“. In diesem Fall setzt dieser Prozess unbedingtes aktives Handeln voraus und passiert nicht von jetzt auf gleich, sondern nimmt immer einen gewissen Zeitraum in Anspruch. Wenn Du Dich Deiner selbst mit einer liebevollen, verantwortungsbewussten und aktiven Art und Weise annimmst, entsteht ein gesundes und solides Fundament, um Konflikten positiv zu begegnen und eröffnet Dir somit einen komplett anderen Blickwinkel auf die Dinge, sodass Du an der einen oder anderen Stelle wichtige Zusammenhänge erkennst,  bezogen auf Deine persönliche Geschichte und Deiner Depersonalisation.

Dieser Ratgebertext ist ein Überblick über das Krankheitsbild und behandelt Erläuterungen und Erklärung zu allgemeinen Fakten und Tatsachen zur Depersonalisation im Wissenschaftlichen, Literarischen sowie im Betroffenen Sinne.

Dieser Teil wird für viele Betroffene vielleicht nichts neues sein. Deswegen ist der erste Teil eher für Angehörige, allgemein Interessierte, Therapeuten oder für Betroffene, welche sich in dieses Thema erstmals einlesen möchten oder Ihr Wissen über Depersonalisation/Derealisation stets aus einem anderen Betrachtungswinkel lesen möchten.

Was ist Depersonalisation

Um zu verstehen, was es mit diesem Krankheitsbild auf sich hat und um mögliche Schlüsse ziehen zu können, ist es notwendig diese Erkrankung aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Aus Sicht der Wissenschaft

Aus Sicht der Wissenschaft/Psychologie ist die Depersonalisation/Derealisation eine zunächst gewöhnliche „Reaktionsmöglichkeit“, welche zu vergleichen ist mit Schmerzen, Ängsten, Trauer oder Wut. Das heißt, die Depersonalisation/Derealisation ist eine Erlebnismöglichkeit des Menschen, welche die Reaktion auf ein vorangegangenes, gegenwärtiges oder noch in weiter Ferne liegendes Ereignis sein kann. Die Wissenschaft fand heraus, dass Menschen, welche durch Hypnose in den Zustand der Depersonalisation/Derealisation geführt wurden, schmerzunempfindlicher waren als zuvor. Das unterstützt die These, dass Depersonalisation/Derealisation wie ein Filter wirkt, welcher uns vor Schmerzen schützt. Physischer sowie psychischer Natur. Aus Sicht der Wissenschaft und der Evolutionstheorie ist die Depersonalisation/Derealisation eigentlich etwas positives, da sie uns durch ihre „schützende Wirkung“, das Überleben sicherte.

Depersonalisation/Derealisation ist in der Regel kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern tritt sehr häufig zusammen mit einer anderen psychischen Phänomenen auf wie z.B. bei Depressionen, Angststörungen, Phobien […]. Jedoch kann die Depersonalisation/Derealisation auch als primäres Krankheitsbild vorkommen, was jedoch vergleichsweise eher seltener der Fall ist.

Die Wahrnehmungsphänomene, welche bei der Depersonalisation/Derealisation erlebt werden, sind wie folgt grob unterteilt.

Wenn wir die Symptomatik der DP/DR in fünf verschiedene Teilbereiche unterteilen, haben wir ein gutes Bild über die ganzheitliche Auswirkung, bezogen auf unsere Sinne bzw. unseren Empfindungsmöglichkeiten, welche unter DP/DR verändert wahrgenommen werden können.

Sensorische Veränderungen:

  • Dinge schmecken oder riechen nicht mehr wie zuvor.
  • Objekte scheinen weiter entfernt oder näher gerückt.
  • Die Umgebung wirkt heller und verzerrt.
  • Schwindel verbunden mit Orientierungslosigkeit

Wahrnehmungsveränderungen:

  • Die Stimme scheint sich verändert zu haben oder fühlt sich fremd an
  • Du fühlst Dich unwirklich und nicht real.
  • Es fühlt sich so an, als würdest Du in einer Art Traumwelt leben.

Gemütsveränderungen:

  • Du fühlst Dich verängstigt und/oder angespannt und nervös.
  • Du fühlst Dich deprimiert und niedergeschlagen.
  • Du erlebst Gefühlslosigkeit und emotionale Taubheit.

Veränderungen in Deinem Denken:

  • Deine Gedanken scheinen nicht zu Dir zu gehören.
  • Du fühlst Dich verwirrt und durcheinander.
  • Du versuchst ständig herauszufinden, was denn falsch mit Dir sein könnte und ziehst es in Erwägung, dass etwas mit Deinem Gehirn nicht in Ordnung sei.
  • Zwangsgedanken und katastrophisierendes grübeln können vermehrt in Erscheinung treten.

Verhaltensveränderungen:

  • Du bist chaotisch und unorganisiert.
  • Du driftest in Gesprächen oft ab und kannst ihnen teilweise nur sehr schwer folgen und Bist auf eine gewisse Art und Weise zu ihnen distanziert.
  • Deine Konzentration ist beeinträchtigt und Du hast es schwer, konstant und aufmerksam einer Aufgabe zu folgen.

Die hier aufgelisteten Symptome können natürlich von Mensch zu Mensch variieren. Interessant ist vor allem die Unterteilung, der einzelnen Sinnesbereiche, welche unter Depersonalisation/Derealisation beeinflusst sein können.

Aus Sicht der Betroffenen

Betroffene schildern interessanter Weise oft ein und dieselben charakteristischen Erscheinungsbilder wie:

  • „plötzliche Veränderung des Erlebens.“
  • „Alles wirkt so unreal oder unecht.“
  • „Ich fühle mich wie in einem Traum.“
  • „Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr.“
  • „Es fühlt sich so an, als würde mich eine Scheibe oder ein Schleier von der Welt trennen.“
  • „Ich komme mir wie abgetrennt von Erinnerungen an Ereignisse meines Lebens vor, als hätte ich überhaupt nicht daran teilgenommen.“
  • „Ich habe nicht den Eindruck meine eigenen Bewegungen zu steuern und komme mir roboterhaft vor. Als wäre ich eine Maschine.“
  • „Gewohnte Stimmen von Freunden oder Familie, sogar die eigene hören sich fremd an.“

Einige treffende Zusammenfassungen sind folgende:

          „Ich verstehe darunter einen Zustand, in dem das Individuum  sich gegenüber seinem früheren Sein durchgreifend verändert fühlt. Diese Veränderung erstreckt sich sowohl auf das Ich als auch auf die Außenwelt und führt dazu, dass das Individuum sich als Persönlichkeit nicht anerkennt. Seine Handlungen erscheinen ihm automatisch. Er beobachtet als Zuschauer sein Handeln und Tun. Die Außenwelt erscheint ihm fremd und hat ihren Realitätscharakter verloren.“ […] (Schilder 1914, S.54).

         „Es erscheint der Gedanke: dass ich empfinde, anschaue, denke; keineswegs aber: ich Empfinde, schaue an, denke[…] Ich selbst weiß überhaupt nicht, und bin nicht. Bilder sind: sie sind das Einzige, was da ist[…] – Bilder, die vorüberschweben, ohne dass etwas sei, an dem sie vorüberschweben; […] Bilder, ohne etwas in ihnen Abgebildetes, ohne Bedeutung und Zweck. Ich selbst bin eins dieser Bilder. […] Alle Realität verwandelt sich in einen sonderbaren Traum, ohne ein Leben, von welchem geträumt wird, […] das Denken, – die Quelle allen Seins, und aller Realität, die ich mir einbilde, meines Seins, meiner Kraft, meiner Zwecke, – ist der Traum von jenem Träume.“ (ebd., 245)

Gehirn-Scan-Studien

Die Pforten der Wahrnehmung:

Der Teil des menschlichen Hirns, welcher sich erst zuletzt entwickelte, ist der sogenannte „Neocortex“. Dieser Teil befindet sich vereinfacht gesagt auf der „Oberfläche“ des gesamten und ist mit den tiefer liegenden und älteren Hirnstrukturen verbunden. Ein Teil des „Neocortex“ ist der „sensorische Cortex“. Dieser Teil ist u.a. dafür zuständig, dass wir sensorische Informationen, welche durch unsere verschiedenen sensorischen Organe gewissermaßen verschlüsselt sind, für uns spürbar und wahrnehmbar sind. Diese verschlüsselten sensorischen Informationen werden mithilfe des sensorischen Cortexes für uns begreiflich gemacht im Sinne von bestimmten Wahrnehmungen und Empfindungen, umso  konkrete Empfindungen und Wahrnehmungen einschätzen zu können und um etwas mit diesen „anfangen zu können“. Wir haben so letztlich einen „Sinn für unsere Wahrnehmung“ und sind in der Lage diese sensorischen Informationen, auf für uns angemessenem Art und Weise zu Erleben und zu „verstehen“. Damit diese Informationen an die richtigen und an die dafür vorgesehenen Stellen weitergeleitet werden können und damit diese Informationen als gesamter Ablauf, also ganzheitlich reibungslos verarbeitet werden können, werden diese mittels Neuronen transportiert. So entsteht gewissermaßen eine Wechselwirkung zwischen verschiedenen Teilen unseres Gehirns.  Die Neuronen welche die erforderlichen Informationen  für unser Wahrnehmungsspektrum von A nach B transportieren, sind dafür verantwortlich, dass der nötige Informationsaustausch zwischen verschiedenen Teilen unseres Hirns, stattfinden kann. Vor allem aber jene Funktion, welche Informationen verarbeitet um die Realität auf für uns  „korrekte“ Art und Weise zu integrieren (Also mit unseren Empfindungen und denen damit verknüpften Wahrnehmungen in Einklang bringt) ist bei Menschen mit Depersonalisation/Derealisation offensichtlich im Ungleichgewicht und läuft anders ab als bei Menschen ohne Depersonalisation/Derealisation. Grob darf man sich das so vorstellen

Eine Gehirnscan Studie hat folgendes ergeben:

Menschen ohne Depersonalisation/Derealisation wurden mittels chemischer Substanzen in den Zustand der Depersonalisation/Derealisation gebracht. Anschließend wurden Gehirnscans bei ihnen durchgeführt. Nachdem den Testpersonen tetrahydrocannabinol (Cannabis) verabreicht worden ist, stellte man folgendes fest:

– erhöhte Durchblutung innerhalb des präfrontalen Cortex und des anterioren cingulären Kortex <-> (welcher u.a. für die Entstehung von Aufmerksamkeit zuständig ist).

– Dies wiederrum führte dazu, das Symptome von Depersonalisation auftraten.

– Außerdem wurde festgestellt, dass die Durchblutung innerhalb der Amygdala (sie ist im Wesentlichen daran beteiligt, bei der Entstehung von emotionaler Bewertung, Wiedererkennen von Situationen, Analyse möglicher Gefahren.) reduziert ist.

– Ebenfalls wurde festgestellt, dass der Hippocampus weniger durchblutet wurde. (Im Hippocampus fließen Informationen verschiedener sensorischer Systeme zusammen, welche verarbeitet und von dort zum Cortex zurückgesandt werden. Damit ist er enorm wichtig für die Gedächtniskonsolidierung (Festigung/Vertiefung) – also die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis.

– Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Depersonalisation mit einem überaktiven präfrontalen Cortex und einer verminderten Aktivität des limbischen Systems zusammenhängt.

Generell  ist nur eine limitierte Anzahl an repräsentativen Gehirnscans vorhanden in Hinsicht auf die Gehirnorganischen Zusammenhänge der Depersonalisation/Derealisation. Die dabei entstandenen Theorien vertreten dabei zwei grundlegende Ideen:

Die erste Annahme ist, dass sich eine breit gestreute Funktionsbeeinträchtigung innerhalb der Hirnstrukturen, welche für sensorische Abläufe, eingestellt hat. Dies führt zu einer Störung der sensorischen Verarbeitung generell, so die Wissenschaftler. So kann sich der eigene Sinn für die Realität auf eine entsprechende Art und Weise verzerrt manifestieren, in Form einer Depersonalisation einschließlich Derealisation. Somatische Störungen können ebenfalls auftreten.

Die Zweite Annahme folgt der Idee, dass der Präfrontale Kortex hyperaktiv ist und limbische Strukturen unseres Hirns gewissermaßen unterdrückt werden. Diese veränderte Hirnaktivität innerhalb dieser bestimmten Areale führt dazu, dass Betroffene sich gewissermaßen Hyperbewusst über den eigenen Zustand sind. So wissen die Einzelnen was und wie sie eigentlich fühlen sollten, aber durch die beeinträchtigte Emotionalität und die beeinflusste Wahrnehmung,  fühlen und erleben sie die Realität („Äußerer Welt“) nicht korrekt.

 

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

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Fazit Kapitel 1:

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2.0 Die Symptomatik der Depersonalisation und ihre Auswirkungen

Die Depersonalisation bzw. Derealisation weist wie jede andere Erkrankung bzw. Krankheitsbild auch, bestimmte Symptome auf, welche, um eine richtige Diagnose stellen zu können, beim Besuch eines beispielsweise Psychiaters, Neurologen, Psychotherapeuten oder eines anderen Facharztes im besten Fall sehr genau und so präzise wie möglich beschrieben werden sollte, damit der zu Untersuchende Arzt sich ein möglichst vollständiges Bild von Deinem Befinden machen kann. Im besten Fall ermutigt Dich Dein Arzt möglichst frei heraus alle Deine Gefühlsregungen und denen damit verbundenen Unwirklichkeitsgefühle und anderen Symptomen ausführlich zu beschreiben und wie es Dir dabei ergeht. Häufig ist es nämlich so, wie bereits zuvor beschrieben, dass viele Menschen mit Depersonalisation/Derealisation sehr verhalten damit umgehen, wenn es darum geht das eigene Leiden und denen damit verbundenen Symptomen zu schildern. Das kann zum einen deswegen der Fall ein, da die meisten Erkrankten diese Erlebnisse kaum in Worte fassen können oder sich schämen bzw. Angst haben, für verrückt gehalten zu werden.

Tue Dir selber den Gefallen und beschreibe Deinem Arzt so genau wie möglich Dein Leiden, wenn nötig auch mit Hilfe dieses Ratgebers, damit Dein weiterer Abklärungsverlauf möglichst positiv voranschreitet. Wichtig ist ebenfalls, dem zu behandelnden Arzt zu schildern,  wie lange Du Dich bereits mit den Depersonalisationsempfinden herumschlägst. So ist der Arzt in der Lage, mögliche Ursachen im Vorfeld abzuwägen.

Es ist nämlich möglich, dass Die Depersonalisations-/Derealisationssymptome Phasenweise auftreten oder durchgehend. So ist es dem Arzt zum Beispiel möglich zu erkennen, ob sich eventuell eine andere Grunderkrankung hinter der Depersonalisation/Derealisation verbirgt, wie etwa eine Angststörung, Depressionen, oder eine gehirnorganische Ursache. Phasen von Migräne können ebenfalls der Grund für Deine Entfremdungs-bzw. Unwirklichkeitsempfindungserlebnisse sein. Du merkst: Es ist außerordentlich wichtig, dass Du frei heraus Deine Erlebnisse Deinem Arzt schilderst, um ihm und Dir selbst die Chance zu geben, für Dich die richtige Vorgehensweise zu ermitteln. Weiter ist es auch durchaus möglich, dass eine Depersonalisationsstörung im Sinne einer Haupterkrankung besteht, bei welcher das ganze Erleben durch die Symptome gekennzeichnet ist, jedoch ohne anderen psychischen Hauptauslöser, was man dann als primäre Depersonalisation oder ,,Depersonalisations-Syndrom“ bezeichnet.

Bei einem sekundären Depersonalisationserleben steht eine andere Grunderkrankung, wie Beispielsweise eine Angst-/Panikstörung im Vordergrund. Es ist also sehr wichtig, dass Du zusammen mit dem Arzt herausfindest, ob sich die Depersonalisation in Form eines Begleitsymptoms – also im Rahmen einer anderen, psychischen Grunderkrankung zeigt – oder sich als eigenständiges Krankheitsbild äußert. In den meisten Fällen ist es so, dass eine Angststörung oder eine Depression der Depersonalisation/Derealisation vorrausgeht. Mit anderen Worten: Wenn Du beispielsweise an einer Angst- oder Panikstörung leidest, diese auch erkannt wird und anschließend erfolgreich behandelt wird, verschwindet die Depersonalisation/Derealisation ebenfalls. Im weiteren Verlauf des Buches wird näher auf die Grunderkrankung Angst/Panik und Depression eingegangen.

Zu den möglichen und häufigsten Grunderkrankungen einer Depersonalisation bzw. einer Derealisation gehören außerdem:

  • Soziale Phobie
  • Dysthymie oder Entfremdungsdepression
  • Generalisierte Angststörung
  • Panikstörung
  • Depression
  • Zwangsstörung
  • Spezielle Phobien (Spinnenphobie, Höhenangst…)
  • Anpassungsstörung
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Hypochondrie

Es ist Außerdem möglich, dass die eigene Persönlichkeit bzw. eine Persönlichkeitsstörung eine Depersonalisation/Derealisation begünstigt bzw. als Grunderkrankung betrachtet werden kann und der Fokus somit, innerhalb eines Therapieplans, darauf zu legen ist.

Eine „Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung“ wird am häufigsten mit der Depersonalisation/Derealisation in Zusammenhang gebracht. Weitere Persönlichkeitsstörungen, welche mit Angst/Depersonalisation/Derealisation einhergehen können und teilweise in Zusammenhang gesehen werden, sind:

  • Paranoide Persönlichkeitsstörung
  • Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
  • Borderline Persönlichkeitsstörung
  • Abhängige Persönlichkeitsstörung
  • Schizotype Persönlichkeitsstörung
  • Schizoide Persönlichkeitsstörung
  • Histrionische Persönlichkeitsstörung

Diese Persönlichkeitsmerkmale variieren natürlich sehr stark von Mensch zu Mensch und es ist fraglich, inwieweit diese im Einzelnen, tatsächlich bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Angst/Depersonalisation/Derealisation eine Rolle spielen. Fakt ist jedoch, dass Menschen, welche zu Introvertiertheit neigen, also grundlegend mehr in sich gekehrt sind oder eine allgemeine ängstliche Persönlichkeit aufweisen und oft in eigenen Gedanken abschweifen,  eine höhere Affinität zu Angst/Depersonalisation/Derealisation besitzen. Das heißt, dass bestimmte persönliche Wesenszüge die Wahrscheinlichkeit, eine Depersonalisation/Derealisation zu entwickeln maßgeblich erhöhen bzw. wahrscheinlicher oder eher unwahrscheinlicher machen können.

Das zeigt deutlich, dass die Symptome der Depersonalisation oder der Derealisation nicht nur in sich selbst zu begründen sind, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen mit einer anderen Diagnose verwurzelt sind, wie zum Beispiel einer Depression, Angst oder Panikstörung, einer Zwangsstörung oder einer speziellen Phobie wie z.B. der sozialen Phobie. Wenn Du darum weißt, ist es Dir möglich, selbst in Dich hinein zu horchen und zu überlegen, ob der Depersonalisation nicht vielleicht eine andere Psychische Krankheit oder ein anderes Auslösendes Ereignis vorrangegangen ist. Außerdem kannst Du mit diesem Wissen dem Arzt gezielt Anregungen mit auf den Weg geben und ihn eventuell auf bestimmte Grunderkrankungen/Auslöser aufmerksam machen. Bestehe darauf, ernst genommen zu werden.

Auswirkungen

Die Symptome der Depersonalisation/Derealisation bleiben natürlich selten ohne Auswirkungen.

Die Depersonalisation/Derealisation wirkt sich auf so gut wie alle Bereiche des Lebens aus. Bei vielen bestimmt die Depersonalisation/Derealisation leider auch in gewissem Maße das Leben, da sie bei vielen dauerhaft ist und Betroffene somit ständig den Einflüssen der Depersonalisation/Derealisation unterliegen. Zumindest glauben die meisten, dass sie der Depersonalisation/Derealisation unterliegen. Die Depersonalisation/Derealisation begleitet einen auf Schritt und Tritt. Egal ob man beim Einkaufen ist, Auto fährt, sich unterhält, oder einfach nur ,,nichts“ tut. Das macht es auch so schwer sie zu vergessen oder nicht auf sie zu achten. Man kann es beschreiben mit einem unverschämten, dreisten und rücksichtslosen Proleten, der einen auf Schritt und Tritt verfolgt und desto mehr man sich über ihn ärgert, sich fürchtet, über in verzweifelt oder ihn in sonst einer Form verächtet bzw. fokussiert, lacht er einem, im übertragenen Sinne, dreckig ins Gesicht und schürt in einem noch mehr Ängste, Verzweiflung oder Trauer.

Es entsteht ein typischer Spießroutenlauf, ein Teufelskreis, eine Zwickmühle und wenn man sich darüber nicht bewusst wird, leidet man immer mehr und gibt dem Proleten die Möglichkeit, das eigene Leben zu bestimmen. Es ist anfangs sehr schwer ihm sich nicht hinzugeben bzw. ihm nachzugeben, da es schier Unmengen an Kraft, Energie, Mut und Wille erfordert, ihn in seine Schranken zu weisen.

Aus genau diesem Umgang mit dieser Erkrankung ergibt sich natürlich ein weiteres Dilemma.

Die eigenen, letzten Ressourcen werden dafür benötigt um sich der Depersonalisation/Derealisation anzunehmen und aus dem Spießroutenlauf auszubrechen.

Viele gesellschaftliche Aspekte wie, der soziale Umgang, die Arbeitsfähigkeit und die eigene Lebensqualität können drastisch eingeschränkt werden, bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und zur sozialen Isolation, was natürlich wiederrum zur Folge hat, dass sich Betroffene noch hilfloser fühlen und sich wie paralysiert vorkommen. Es kommt nicht selten vor, dass man sich der Depersonalisation/Derealisation wie schutzlos ausgeliefert fühlt. Das Ausmaß dieser Reaktionen auf die Depersonalisation/Derealisation ist natürlich auch immer von den eventuell vorrangehenden Grunderkrankungen  wie soziale Phobie, Depression oder sonstige Ängste oder Phobien abhängig.

Emotionsverarbeitung

Wie bereits zuvor beschrieben, dient die Depersonalisation/Derealisation vermutlich als ein Schutzmechanismus und kann als eine Flucht vor dem eigenen Erlebens bzw. der eigenen Wirklichkeit gesehen werden, wenn es emotional zu schmerzvoll erscheint. Diese Flucht – in Form der Depersonalisation/Derealisation – ist natürlich nicht willkürlich vollzogen worden oder gar selbständig herbeigeführt.

Redensarten, welche immer wieder gehört werden und in unserem täglichen Sprachgebrauch Bedeutung gefunden haben sind: ,,Das kann doch jetzt NICHT WAHR sein“ oder ,,Ist das jetzt WIRKLICH WAHR?“ aber auch ,,Ist es denn die MÖGLICHKEIT“, zeigen mitunter, dass wir dazu tendieren alltägliche Probleme, Stress oder negative Ereignisse direkt mit unserer subjektiv empfundenen Wirklichkeit bzw. Realität zu assoziieren. Wir stellen uns also manchmal die Frage, ob etwas, was wir für negativ  und schmerzlich halten, wirklich wahr sein kann und das impliziert den Wunsch danach es ,,unwahr,, bzw. ,,unwirklich,, werden zu lassen, da wir mit den unangenehmen Emotionen oder den Stressbehafteten Folgen offensichtlich nicht umgehen zu wissen oder uns ein solches Ereignis emotional überfordert. Dieser kleine Zusammenhang aus dem Alltag unterstützt die These, dass die Depersonalisation/Derealisation als Schutzmechanismus gegen Stress und negative Ereignisse gesehen werden kann. Wir versuchen, nicht selten, schlimme Dinge die uns zustoßen damit zu verdrängen, diese als nicht wahr anzusehen und darin zu flüchten, Dinge läppisch ab zu tuen. Wenn sich negative Ereignisse mit der Zeit häufen und man sich zunehmend überfordert und hilflos fühlt, kann man an den Punkt kommen, an dem man alles als unwirklich, unreal oder alles als entfremdet oder weit weg wahrnimmt, um so schmerzlichen Erfahrungen oder Gegenwärtigen Leidensformen entgegenzuwirken. Diese schmerzlichen Erfahrungen oder Ereignisse können mit der Unterstützung eines Therapeuten identifiziert werden und somit wird sich auch herauskristallisieren, welche mögliche Grunderkrankung (Depression, Angststörung…) Du anzugehen hast. Welche Therapieformen in Frage kommen und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen und wie sie wirken, kannst du hier im Größten und erfolgreichsten Depersonalisations Buch nachlesen.

Die Depersonalisation/Derealisation und ihre veränderte Emotionsverarbeitung, kann aus meiner Sicht auch zustande kommen, wenn man etwas an seiner eigenen Person zutiefst ablehnt oder versucht „wegzudrücken“. Das kann auf rein charakterlicher oder körperlicher Ebene der Fall sein. Auch eine Kombination ist möglich.

Als Beispiel:

D.h. Du verabscheust zum Beispiel ein bestimmtes charakterliches Merkmal an Dir selbst wie z.B. dass Du gerne reich wärst oder reich Bist. Folglich kann eine emotionale Diskrepanz, also eine Zerrissenheit darüber entstehen, dass Du gerne viel Geld hättest oder hast, Deine Eltern Dir jedoch von klein auf eingetrichtert haben, dass das Streben nach materiellen Gütern schändlich sei und nur oberflächliche Menschen Wert darauf legen würden. Durch diese Zerrissenheit, Deinen eigenen Träumen oder Vorstellungen nicht nachgehen zu können, da Du durch ein projektiertes  und von außen auferlegtes Selbstbild, scheinbar in ein unverrückbares negatives Licht im gesellschaftlichen Sinne gerätst, kann dazu führen, dass Du Entfremdungserlebnisse verspürst. Dies ist jedoch lediglich eine von mir persönlich angenommene Haltung und lehnt sich stark an, an die Theorien vom  „eigenen und inneren Kindes“. (Das ist nur ein Beispiel für eine bestimmte Form von Zerrissenheit)

Ich bitte Dich darum, einmal im Internet unter den beiden Begriffen „inneres Kind“ Nachforschungen anzustellen.

Unsicherheit ,Angst, Selbstwert/Selbstbewusstsein

Dieses Krankheitsbild schürt, vor allem zu Beginn der Erkrankung, extreme Unsicherheit und Ängste. Ebenso verrückt die Depersonalisation/Derealiastion das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein auf eine Art und Weise, wie wohl kein anderes mentales Phänomen. Viele Menschen unter Depersonalisation/Derealisation, leiden nicht nur darunter, ein gemindert Selbstwertgefühl beziehungsweise ein verringertes Selbstbewusstsein zu haben. Das eigentliche Problem hierbei ist vielmehr, dass sie sich teilweise im Spiegel überhaupt nicht erkennen oder sich selbst wie fremd vorkommen. Sie wissen zwar ohne jeden Zweifel, dass sie die Person sind, welche in den Spiegel schaut, jedoch gelangt diese Erkenntnis nicht bis zum Selbstbewusstsein oder dringt gar wahrhaftig bis an das eigene Selbstwertgefühl. Es dringt einfach nicht mehr an sie heran.

Man könnte sagen, dass das selbstverständlichste und eigentlich ureigene Gefühl, ,,sich seiner Selbst bewusst zu sein“ fehlt. Man ist quasi sein eigener objektiver Beobachter. Als wäre ein Band gerissen, zwischen zwei Stellen, was nun dafür sorgt, dass das eigene, wahrhaftige, ureigene und unverrückbare Selbst den Realitätscharakter verliert und nicht mehr durchdringen kann. Die Grenze zwischen ,,sich seiner Selbst bewusst zu sein“  und dieser Blockade, ausgelöst durch die Depersonalisation/Derealisation, kann teilweise sehr schmal sein und man kann die Grenze teilweise förmlich schmecken.

Abgrenzung der Depersonalisation zu psychotischen Erkrankungen

Viele Betroffene, welche Ihrem Arzt über Ihre Depersonalisationserlebnisse berichten bekommen leider oft zu Unrecht eine Diagnose, welche einer psychotischen Erkrankung zugrunde liegt. Hier raus entsteht ein Problem, da diese Diagnose den Erkrankten oft Angst bereitet und Sie denken sie seien Geistesgestört oder verrückt. Außerdem führt eine falsche Diagnose natürlich auch zu falschen Behandlungsansätzen und eine angemessene Therapie ist nicht mehr gewährleistet. Die Betroffenen fühlen sich womöglich noch in Ihren Ängsten bestätigt, dass sie verrückt seien oder die Kontrolle verlieren würden.

Genaue Herausarbeitung, ob sich die Depersonalisation/Derealisation im Rahmen einer psychotischen Erkrankung oder eines anderen psychischen Auslösers abspielt, ist hier von größter Wichtigkeit. Wie bereits zu Anfang erwähnt, ist es nämlich so, dass die Realitätsprüfung während des Depersonalisationserlebens in Takt bleibt, genauso wie bei der Derealisation. Betroffene sind sich darüber im Klaren, dass sie sich im Spiegel anschauen und das, was sie im Spiegel sehen, Ihr eigenes Spiegelbild ist. Menschen mit Depersonalisation/Derealisation sind sich ebenfalls darüber im Klaren, dass sich Ihre Wahrnehmung dahingehend einfach nur geändert hat.

Weiterhin ist es unter dem Depersonalisation-/Derealisationserleben nicht so, dass die Betroffenen denken, Ihre Wahrnehmungsphänomene seien von außen induziert. D.h., sie gehen nicht davon aus, wie es bei psychotischen Erkrankungen der Fall ist, dass zum Beispiel der Teufel, Gott oder ein bösartiger Geist Ihren Verstand beeinflussen würde und es so zu eben diesen Erlebnissen kommen könnte. Verfolgungswahn kann sich beispielsweise auch aus einer psychotischen Erkrankung heraus begründen, bei welchem davon ausgegangen wird von bösen Mächten verfolgt zu werden,  das einem böse nachgestellt wird oder einem Schaden zugefügt wird. Jedoch muss gesagt werden, dass Depersonalisation/Derealisation in Verbindung mit psychotischem Verhalten bzw. einer psychotischen Diagnose, erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden kann.

Primäres und sekundäres Krankheitsbild

Was der Unterschied bei einem primären und sekundären Krankheitsbild der Depersonalisation und der Derealisation ist, sollte im vorrangegangenen Abschnitt dieses Ratgebers klar geworden sein. Um es noch einmal kurz zusammenzufassen:

Eine primäre Erkrankung/Diagnose von Depersonalisation/Derealisation kommt dann zu Stande oder ist dann der Fall, wenn Du keine zusätzlichen/anderen vorangehenden psychischen Grunderkrankungen wie Angststörung, Phobien, Depressionen oder verschiedene Persönlichkeitsstörungen zu verzeichnen hast.

Im Gegensatz dazu – und das ist der wahrscheinlichere Fall – geht  der sekundären Depersonalisation/Derealisation eine andere psychische Grunderkrankung voraus. Demnach bestehen auch bei der richtigen Diagnose und einer angepassten sowie angemessenen Therapie dieser Grunderkrankung, sehr gute Heilungschancen.

 

In folgendem Schaubild beschreibe ich meine Auffassung einer sekundären DP/DR:

depersonalisation schaubild

 

Fazit Kapitel 2:

JETZT im Größten und erfolgreichsten Depersonalisations Ratgeber nachlesen…